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Haut am Stoma schützen: Reinigung, Hilfsmittel und Warnzeichen

Symbolbild: Stomabeutel und Pflegezubehör auf einem Badezimmerschrank: Hautschutzspray, Creme, Kompressen, Reinigungstücher und eine Schere neben einem Rezeptblock
Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die Haut rund um das Stoma trägt die Versorgung und muss zugleich Stuhl oder Urin standhalten. Hier lesen Sie, wie Sie sie beim Wechsel pflegen, welche Mittel ihr schaden und wann eine Hautveränderung fachlich angesehen werden sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hautprobleme gehören zu den häufigsten Komplikationen nach einer Stomaanlage. In einer Auswertung der Uniklinik Erlangen hatten 40 Prozent der untersuchten Menschen mit Stoma Hautveränderungen.
  • Am häufigsten sind Schäden durch Feuchtigkeit, etwa wenn Stuhl oder Urin unter die Platte gelangen. Deshalb muss die Öffnung der Platte genau zum Stoma passen, und eine undichte Versorgung wird bald gewechselt.
  • Zum Reinigen genügt Wasser, bei Bedarf mit einer pH-neutralen, nicht rückfettenden Waschlotion. Desinfektionsmittel, fetthaltige Salben und Papiertücher gehören nicht an die Haut am Stoma.
  • Hautschutzringe, Pasten, Puder und Schutzfilme können abdichten und die Haut schonen. Welches Mittel passt, klären Sie am besten mit Ihrer Stomatherapie.
  • Offene, nässende oder schmerzhafte Stellen und Geschwüre sollten Sie fachlich abklären lassen.

Wie häufig Hautprobleme sind

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 nennt Hautkomplikationen die häufigsten Komplikationen nach einer Stomaoperation. Wie oft sie vorkommen, hängt davon ab, wie und wann gezählt wird: In den ausgewerteten Studien bekamen 36,3 bis 73,4 Prozent nach der Operation Hautprobleme.

Eine 2024 veröffentlichte Auswertung der Uniklinik Erlangen betraf 565 Menschen mit Stoma, die in der Chirurgie oder in der Hautklinik vorgestellt wurden. 227 von ihnen (40,2 Prozent) hatten Hautveränderungen – am häufigsten Schäden durch Feuchtigkeit (27,9 Prozent), gefolgt von Geschwüren (21,9 Prozent) und ekzemartigen Veränderungen (19,1 Prozent). Weil die Zahlen aus der Klinik stammen, gelten sie nicht ohne Weiteres für alle Menschen mit Stoma.

Warum die Ausscheidung der Haut schadet

Stuhl aus dem Dünndarm enthält noch viele Verdauungssäfte und greift die Haut stark an; beim Urostoma fließt ständig Urin. Gelangt die Ausscheidung unter die Platte oder auf unbedeckte Haut, kann die Haut gereizt werden. Auch allergische Reaktionen auf das Material sind möglich.

Der wichtigste Schutz ist deshalb eine passende Öffnung: Die Platte umschließt das Stoma, engt es aber nicht ein und lässt keine Haut frei. Die Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde (FgSKW) sieht vor, bei jedem Wechsel die Größe des Stomas zu prüfen und den Ausschnitt bei Bedarf anzupassen. Auch die Bauchform kann sich ändern, etwa durch einen Bruch neben dem Stoma. Wird die Versorgung undicht, wechseln Sie sie bald: Vor allem flüssiger Stuhl greift die Haut an, betont die Deutsche ILCO, der Selbsthilfeverband für Menschen mit Stoma.

So reinigen Sie die Haut beim Wechsel

Die Leitlinie der FgSKW beschreibt diesen Ablauf:

  1. Alles bereitlegen: die neue, passend zugeschnittene Versorgung, Wasser, unsterile Kompressen aus Mull oder Vlies, einen Abfallbeutel, bei Bedarf Waschlotion, Hautschutz und einen Einmalrasierer.
  2. Die alte Versorgung vorsichtig von oben nach unten lösen. Haftet sie sehr fest, hilft ein Pflasterentferner.
  3. Stoma und Haut mit angefeuchteten Kompressen von außen nach innen reinigen. Beim Urostoma Haut und Schleimhaut mit getrennten Kompressen säubern oder von innen nach außen wischen.
  4. Haut und Stoma ansehen und die Größe prüfen.
  5. Haare bei Bedarf mit einem Einmalrasierer entfernen.
  6. Die Haut mit trockenen Kompressen trocken tupfen.
  7. Bei Bedarf einen Hautschutzfilm auftragen, dann die neue Versorgung anbringen.

Legen Sie danach einige Minuten die Hand auf die Versorgung – die Wärme hilft dem Hautschutz, sich anzuschmiegen, rät die ILCO. Nach einem Pflegemittel, das die Haftung stören könnte, wischen Sie noch einmal mit klarem Wasser nach.

Was nicht an die Haut am Stoma gehört

Die Leitlinie führt Mittel auf, die für die Stomapflege ungeeignet sind – darunter vieles aus dem Haushalt:

  • Desinfektionsmittel
  • parfümierte, rückfettende Seife
  • fetthaltige Mittel wie Salben, Pflegeschaum und Pflegetücher
  • Benzin, Äther, Azeton und Alkohol
  • Zellstoff, etwa Toilettenpapier, Küchen- oder Taschentücher
  • Waschlappen und Schwämme, die mehrfach benutzt werden
  • Rasierklingen, Rasiermesser, Elektrorasierer und Enthaarungscremes
  • zinkoxidhaltige Kleber und Pflaster

Öl- und fetthaltige Mittel können außerdem die Haftung der Platte beeinträchtigen. Wer die Haut pflegen möchte, nimmt Cremes oder Lotionen, die speziell für die Stomaversorgung entwickelt wurden und nicht fetten. Nur bedingt geeignet sind laut Leitlinie etwa Pflasterentferner, gelierende Materialien und Einmalwaschlappen, sofern sie nicht über Tage benutzt werden.

Hilfsmittel für den Hautschutz

Reicht die Platte allein nicht, helfen ergänzende Produkte. Ihren Zweck beschreibt das Hilfsmittelverzeichnis so:

HilfsmittelWofür es gedacht ist
Hautschutzringschirmt die Haut direkt am Stoma ab, dichtet gegen flüssige Ausscheidung und gleicht Falten oder Narben aus; entzündete Stellen können darunter abheilen
Hautschutzpastewird im Bereich der Klebefläche aufgetragen, verteilt sich unter Druck und dichtet zwischen Haut und Beutel ab
Hautschutzpuderdichtet kleine Unebenheiten ab, schützt empfindliche Haut und dient der Nachbehandlung von Entzündungen
Hautschutzfilm (Tuch, Schwamm, Spray)bildet auf der gereinigten Haut einen Schutzfilm und verbessert Verträglichkeit und Haftung
Pflasterentfernerlöst fest haftende Platten schonend und entfernt Kleberreste
Gürtelunterstützt Dichtheit und Sitz, wenn die normale Befestigung nicht ausreicht

Paste ist kein zusätzlicher Kleber: Zu viel davon kann die Haftung sogar verkürzen, warnt die ILCO. Sie gehört dünn dorthin, wo eine Rinne oder Mulde auszugleichen ist. Welches Mittel Sie brauchen, hängt von Stomalage und Haut ab – lassen Sie sich von Ihrer Stomatherapie beraten. Einen Überblick gibt die Seite Stomaversorgung.

Wann Sie fachliche Hilfe holen sollten

Nicht jede Rötung stammt vom Kleber oder von Ausscheidung. In der Erlanger Auswertung steckte hinter 7,9 Prozent der Hautveränderungen ein Pyoderma gangraenosum – eine Hauterkrankung, bei der sich tiefe, oft sehr schmerzhafte Geschwüre bilden. Bei Menschen mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung war sie häufiger (16,3 Prozent), und Geschwüre waren dort der häufigste Befund. Lassen Sie die Haut ansehen, wenn

  • die Haut offen ist oder nässt,
  • sich Geschwüre oder tiefe, schmerzhafte Stellen bilden,
  • eine Rötung nicht abheilt, obwohl die Versorgung gut sitzt,
  • Sie eine Allergie oder eine Infektion vermuten,
  • die Versorgung trotz aller Mühe nicht mehr sicher hält,
  • Sie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben und Hautprobleme auftreten.

Erste Anlaufstelle ist Ihre Stomatherapie. Fachleute ordnen Hautveränderungen etwa mit dem LSD-Score ein. Er sieht bei Hautschäden vor, die Ursache in der Versorgung oder in der Haut zu suchen, bei Bedarf mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt mit Erfahrung bei Haut am Stoma. Bei einer Infektion oder wenn die Versorgung trotz größerem Aufwand unsicher bleibt, empfiehlt er die Vorstellung in der Bauchchirurgie (Viszeralchirurgie) mit Erfahrung rund um das Stoma.

Häufige Fragen

Wie entferne ich Haare rund um das Stoma?

Mit einem Einmalrasierer. Rasierklingen, Rasiermesser, Elektrorasierer und Enthaarungscremes führt die Leitlinie der FgSKW als ungeeignet auf.

Hilft es, die Platte öfter zu wechseln?

Meist nicht. Jedes Abziehen beansprucht die Haut, zu häufige Wechsel können sie mechanisch reizen. Richtwerte stehen im Beitrag einteilige oder zweiteilige Stomaversorgung.

Woran erkenne ich, dass die Platte gewechselt werden muss?

Wenn sie nicht mehr sicher haftet oder sich der Hautschutz rund um das Stoma aufzulösen beginnt. Wie lange eine Platte hält, hängt von Menge und Beschaffenheit der Ausscheidung, vom Schwitzen und von Ihrer Haut ab.

Bekomme ich Hautschutzprodukte auf Rezept?

Pasten, Puder, Hautschutzfilme, Lotionen, Pflasterentferner und Hautschutzringe stehen im Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 29). Bei Hautschutzlotionen und Cremes muss die Ärztin oder der Arzt nach Angaben der ILCO die medizinische Notwendigkeit bestätigen, sonst kann es bei der Kostenübernahme Probleme geben. Kompressen zur Reinigung gelten nur bei medizinischer Notwendigkeit als Hilfsmittel, etwa in der ersten Zeit nach der Operation, bei einem Urostoma oder bei Hautproblemen.

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Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Über Ihren Anspruch entscheidet Ihre Kranken- oder Pflegekasse. Der Text wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt; alle Angaben wurden anhand der genannten Quellen geprüft. Stand: 24. September 2026.